Ein Tibetanisches Drachenbett

Nachdem mir die Arbeit, einen neuen Schreibtisch zu entwerfen und zu bauen so großen Spaß gemacht hatte, entschied ich, nicht an dieser Stelle aufzuhören, sondern weiter zu machen. Die nächste Aufgabe war, ein neues Bett zu entwerfen. Dabei ließ ich mich von tibetanischen/nepalesischen Thankas, Wandbildern und anderen textilen Arbeiten inspirieren.

Abb.1

Die Form war einfach: ein schönes Kopfteil - dies sollte etwas ganz Besonderes werden - zwei Seitenteile und ein Fußteil. Bis auf das Kopfteil sollte alles sehr flach ausgearbeitet werden, damit es zu den entsprechenden Tatamis und einem Futon paßte und nicht über deren Höhe hinausragte. Als Unterboden sollte nur eine dünne Holzplatte benutzt werden. Außerdem sollte auch dieses Stück wieder komplett auseinandernehmbar sein, aber auch sehr schnell wieder zusammenzufügen zu sein.

Abb.2

Ich beschloß, das gleiche Holz wie für den Schreibtisch zu verarbeiten, weil es die entsprechende Stabilität hatte und die Form hielt. Ich hatte nämlich vor, dieses Mal mit durchbrochenen Partien am Kopfende zu arbeiten, was eine enorme Stabilität verlangte, damit ich filigran arbeiten konnte.

Abb.3

Die schichtverleimten und damit verzugssicher gearbeiteten Hölzer waren genau das Richtige.

Auch dieses Mal begann die Arbeit mit mehreren Zeichnungen, die dann sorgfältig auf das Holz übertragen wurden. Anschließend wurden die durchbrochenen Teile mit einer Decoupiersäge herausgesägt und schließlich kam das elektrische Schnitzmesser wieder zum Einsatz, um die Motive herauszuschnitzen.

Abb.4

Um dem Kopfteil mehr Tiefe zu geben bzw. es von der Wand zu rücken, wurde eine Art Schattenrahmen im umgekehrten Sinn angefügt. Dadurch wurde die Optik verbreitert, wie man an obigem Photo sehen kann.

Abb.5

Schließlich wurde das Holz geglättet, gebeizt und mit einem Firnis auf Bienenwachsbasis versiegelt und anschließend wieder mit Bienenwachs poliert, um einen schönen seidigen Schimmer zu erreichen.

Abb.6

Die Seitenteile und das Fußteil wurden ebenfalls mit ein paar Motiven beschnitzt.

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Um Kopf-, Seiten- und Fußteil zusammen zu fügen, wurden Messingscharniere angebracht (siehe Photo roben und unten). Dadurch wurde erreicht, daß das Bett in ein paar Sekunden auseinander genommen und sofort wieder zusammengesetzt werden konnte.

Abb.7

Der Drache bedeutet in verschiedenen asiatischen Mythologien übrigens Glück. Die hier dargestellten Drachen halten zudem buddhistische heilige Gegenstände wie z.B. die Muschel in den Klauen. Gute Symbole, unter denen es sich gut schlafen läßt…

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