Die Entstehung einer Chinesischen Drachentruhe (2)
Im letzten Artikel habe ich über die negative Entwicklung des Kunsthandwerks durch den Tourismus in Südostasien gesprochen. Diese Entwicklung ist wirklich zu bedauern, da es vor mehr als 10 Jahren noch möglich war, hochwertiges Kunsthandwerk zu sehr vernünftigen Preisen zu erwerben. Was heutzutage angeboten wird, ist in den meisten Fällen nur noch billiger Kitsch, wird aber lustigerweise in sogenannten asiatischen Antiquitätenläden für viel Geld in Europa und Amerika verkauft. Dabei kann man, wenn man Spaß an solchen Gegenständen hat, diese sehr günstig im Internet erwerben. Jedem sollte allerdings klar sein, daß hier die Qualität der Gegenstände stark zu wünschen übrig läßt.
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Wo noch echte Handwerks- tradition gelebt wird, ist es faszinierend zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit Figuren und andere Objekte, sei es aus Holz oder aus Stein entstehen. Dies geschieht aber nur aufgrund jahrzehnterlanger Übung mit immer den gleichen Formen. Spontaneität oder gar individuelle Gestaltung scheinen hier nicht in die Tradition hineinzupassen. Das muß man aber auch akzeptieren und wissen, warum das so gehandhabt wird.
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Natürlich gibt es eine Menge hochbegabter Künstler in Asien, die nach eigenen Entwürfen arbeiten und dann auch das entprechende Entgelt erwarten. Leider ist für viele Europäer diese Unterscheidung nicht erkennbar. Und dies ist wirklich bedauerlich. Aber dies gilt natürlich nicht nur für Kunstobjekte, sonst würde der Handel mit Plagiaten nicht so florieren.
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Um nun auf meine eigene Arbeit zurückzukommen, entschied ich mich bei der Wahl meines Materials für die Truhe für simple Kiefer. Ein leichtes Holz, das allerdings nicht immer ganz einfach zu bearbeiten ist, vor allem wenn es um filigranes Arbeiten geht. Das Holz splittert leicht beim Schnitzen und weiche und harte Partien wechseln einander ab. Es war eine Herausforderung.
(wird fortgesetzt)
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