Entwurf und Fertigstellung einer Javanischen Truhe (3)

Abb.9
Abb.10 Abb.11

Einige Partien der Truhe, die besonders hervorgehoben werden sollten, wurden dieses Mal auch noch mit Blattgold belegt und teilweise mit etwas Goldfarbe bemalt, wie man aus den folgenden Detailaufnahmen von den vorderen 3 Panelen gut erkennen kann.

Auch die Seitenpanele wurden mit Blattgold verziert - siehe Abb.12.

Abb.12

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Um die Blattgoldauflage und die Bemalung zu schützen, wurden die entsprechenden Partien mit Schellack lackiert.

Ein weiteres Highlight dieser Truhe ist natürlich der Deckel mit dem in javanischem Stil als flaches Relief geschnitzten Götterpaar, das die landestypischen Festtagskronen und Festgewänder trägt. Eine Detailaufnahme finden Sie in Abb.14

Abb.13

Abb.14

Schließlich wurden auch hier wieder filigrane Messingscharniere und Haltegriffe montiert. Die Truhe ist wie die chinesische innen leuchtend rot mit Acryllack lackiert.

Diese Truhe kann käuflich erworben werden. Fragen dazu oder zu anderen Arbeiten werden gerne beantwortet.
email: specialart@arcor.de

Entwurf und Fertigstellung einer Javanischen Truhe (2)

Auch diese Truhe wurde wieder aus Kiefernholz geschnitzt.

Abb.6

Da das Holz - wie bei der chine- sischen Truhe - nach der Bear- beitung recht dunkel gebeizt werden sollte, wurden die Astlöcher nicht entfernt, sondern als natürlicher Bestandteil des Kiefernholzes bestehen gelassen.

Abb.7

Anders wurden dieses Mal die vier vertikalen Kanten verar- beitet: nämlich mit abgerundeten Ecken, wie man in Abb.4 im vorherigen Artikel und in Abb.7 sehr gut erkennen kann.

Der Arbeitsprozeß war der übliche: Zeichnungen auf Schablonen übertragen, die eigentlichen Schnitzarbeiten, die doch einige Zeit in Anspruch nahmen und schließlich die Glättung des Holzes. Auch diese Truhe wurde wieder in Mahagonifarbe gebeizt.

Abb.8

Abb.8 ist eine Nahaufnahme von der Deckelmitte, um zu zeigen, daß die floralen Schnitzelemente auch um den Deckel herumlaufen.

 

 

(wird fortgesetzt)

Entwurf und Fertigstellung einer Javanischen Truhe (1)

Auf den indonesichen Inseln findet man unglaublich schönes Kunsthandwerk und ganz besonders filigrane Schnitzereien. Nicht umsonst fühlen sich die meisten Touristen von diesen schönen exotischen Arbeiten angezogen, weil sie eine komplett andere Welt verkörpern. Als Künstler haben sie mich auch in ihren Bann gezogen und wurden zur Inspiration für viele meiner Arbeiten.

Abb.1

Die Motive erzäh- len vom Leben in den Dörfern, von Menschen und vielen Tieren. Auch die Pflanzenwelt ist reichlich in den Motiven von Bildern und Schnitzereien zu finden. Diese war für mich ein Schatz an Inspiration und Motiven, die ich in eigenen Bildern verarbeiten wollte.

Abb.2

Wer diese Motive einmal in natura gesehen hat, wird sie nicht mehr vergessen. Es liegt ein besonderer Zauber in diesen Regionen,die so üppig mit Pflanzen und Tieren versorgt zu sein scheinen und die für uns Europäer wie das Paradies erscheinen. Doch dieses Paradies hat große Flecken, wie wir aus der jüngsten Vergangenheit wissen und die Armut der bevölkerungsreichsten Region dieser Welt scheint unbesiegbar.

Abb.3

Obwohl Indonesien ein durch und durch moslemisches Land ist mit buddhistischen, hinduistischen, aber auch animalistischen Glaubensgruppen, spielt der Lotus in diesem Archipel eine große Rolle. Als Symbol der Reinheit - weil die Pflanze niemals verschmutzt - werden die geschlossenen Knospen in vielen Zeremonien geopfert. Die Schönheit der geöffneten Blüte bleibt unvergeßlich. Übrigens werden die Wurzelrhizome des Lotus auch als Gemüse gegessen.

Abb.4

Der Lotus erscheint als Motiv in allen asiatischen Ländern. Man findet ihn auf Schnitzereien, Steinskulpturen, Gemälden und in der Textilkunst. Ganz besonders ist er mit dem Buddhismus verbunden und stellt sogar eines der 8 heiligen Gegenstände dar. Es ist das Symbol für den Lauf der Zeit.

Als Motiv für den Deckel wurde ein göttliches Liebespaar gewählt. Dies entspricht natürlich nicht den moslemischen Gepflogenheiten, die die Darstellung von Mensch und Tier verbietet. Aber wie gesagt, exisitieren durchaus auch andere Glaubensformen auf Java und den anderen indonesischen Inseln, die genügend Raum für Interpretationen lassen.

Abb. 5

(Fortsetzung folgt)